Die Asiatische Hornisse (Vespa velutina) breitet sich zunehmend aus. Für Gartenbesitzer, Imker und Naturinteressierte ist es wichtig, diese invasive Art zu erkennen, korrekt zu reagieren und sich selbst sowie Bienenbestände zu schützen.
Frühwarnung im Garten: Primärnester
Jedes Frühjahr erwachen die Jungköniginnen der Asiatischen Hornisse aus der Winterruhe und bauen ihre ersten Primärnester. Diese sind klein (5–15 cm), unauffällig und gut versteckt, zum Beispiel:
- Unter Dachvorsprüngen oder Carports
- In Gartenhäuschen oder Schuppen
- In dichten Hecken oder Sträuchern
Frühes Erkennen hilft, die Ausbreitung zu dokumentieren und Fachkräfte rechtzeitig einzubinden.
Wichtig: Niemals selbst am Nest hantieren! Halten Sie Abstand und melden Sie jeden Fund an die zuständige Naturschutzbehörde oder den Imkerverband.
Sommerliche Entwicklung: Sekundärnester
Ab Sommer entstehen deutlich größere Sekundärnester, oft bis 60–80 cm Durchmesser, meist hoch in Baumkronen frei hängend. Diese Nester beherbergen ein größeres Volk und können von mehreren Arbeiterinnen verteidigt werden.
Woran erkennt man die Asiatische Hornisse?
Typische Merkmale:
- Dunkle Brust (fast schwarz)
- Gelbe Beinenden („gelbe Füße“)
- Hinterleib dunkel mit breitem orangefarbenem Band
- Körperlänge: 2–3 cm (Arbeiterinnen)
Hinweis:
Nicht jede große Hornisse ist invasiv. Die Europäische Hornisse ist geschützt und darf keinesfalls bekämpft werden. Eine sichere Bestimmung ist daher entscheidend.
Bei Unsicherheit:
– Foto aus sicherer Entfernung machen
– Standort notieren
– Fachstelle kontaktieren

Bildquelle:
Eigene KI-generierte Illustration (2026) zur Veranschaulichung der Unterschiede zwischen
Vespa velutina, Vespa crabro, Vespula vulgaris und Apis mellifera.
Darstellung schematisch.
Verhalten und Gefährlichkeit
- Nicht aggressiver als heimische Hornissen oder Wespen
- Verteidigen ihr Nest bei Bedrohung
- Stichgefahr bei Allergien oder mehreren Stichen
- Für normale Gartenaktivitäten besteht kein erhöhtes Risiko
Schutzmaßnahmen für Gartenbesitzer
- Fallobst regelmäßig entfernen
- Mülltonnen verschließen
- Süße Getränke abdecken
- Fliegengitter an Fenstern und Türen
- Bei Gartenarbeiten geschützte Bereiche prüfen
- Abstand zu Nester mindestens 5–10 Meter halten
Schutz für Imker
- Hornissen jagen Honigbienen vor dem Flugloch
- Auffällige „Rüttelbewegungen“ der Hornissen beobachten
- Fund dokumentieren und melden
- In Absprache mit Fachkräften: Fluglochverengungen oder Schutzvorrichtungen
Was tun bei Fund oder Sichtung?
- Nicht selbst entfernen – nur Fachkräfte oder Naturschutzbehörden dürfen handeln.
- Abstand halten – mindestens 5–10 Meter.
- Sichtung dokumentieren – Foto aus sicherer Entfernung, Standort notieren.
- Melden – untere Naturschutzbehörde oder Online-Meldeportale wie z. B. das LANUK
Wichtig:
In NRW dürfen Maßnahmen gegen die Asiatische Hornisse nur durch beauftragte oder qualifizierte Fachkräfte erfolgen. Unsachgemäße Entfernung führt häufig zu massiver Verteidigungsreaktion des Volkes.
